MTB Freeride

Produkt-Test: Crankbrothers Iodine 3 Laufradsatz

Leichte und robuste Enduro Laufradsätze wie der Iodine von Crankbrothers erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Seht wie sich die schneidigen Räder mit der ungewöhnlichen Optik in der Praxis geschlagen haben.

Eure Bewertung:
Produkt-Test: Crankbrothers Iodine 3 Laufradsatz

Ich hatte euch die Iodine 3 im Herbst des vergangenen Jahres vorgestellt, seit damals kamen die Prachtstücke viel zum Einsatz. 

Laut Crankbrothers sind die Iodine für den All Mountain Einsatz gemacht,  wie ihr eventuell gesehen habt, montierten wir die Laufräder an das vor kurzem vorgestellte Enduro Cagua von Ghost. Ein Bike auch geeignet für die etwas härtere Gangart. Damit soll ein aussagekräftiges Ergebnis in Sachen Haltbarkeit und Stabilität zustande kommen.

Verarbeitung

In Sachen Optik und Hochwertigkeit sind die Laufräder absolute Spitze. 

Die Felgen sind nicht gewöhnlich lackiert sondern eloxiert was sie gegen mechanische Einwirkungen von außen resistenter macht. Logos, Bezeichnungen und Info sind gelasert. Das Feglenbett ist sauber ausgefräst und hat keinerlei Unebenheiten oder scharfe Kanten.
Von außen sieht die Felge aus, als wäre sie aus einem Stück gewachsen. Rein diese Überlegung sollte der Felge eine hohe Steifigkeit verleihen.
Bei der Montage oder generell beim Handhaben der Iodine sollte man an den Flanchen der Felge etwas aufpassen. Dort wo der Speichen Pin befestigt ist zeigen sich zum Teil scharfe Kanten.



Die Speichen an und für sich, sind bei den Crankbrothers quasi Inverted. Der Speichenkopf zieht am Speichen Pin an der Felge und der „lange“ Nippel setzt an der dafür vorgesehenen Befestigungsposition an der Nabe an.
Die Nippel, in unserem Fall in „burnt orange und gold“ eloxiert gleichen in Farbe den Speichen Pins und den planen Innenflächen der Felgen und ergeben so eine gelungene Farbkombi.

Auch an den Naben, höchste Präzision bei Verarbeitung. Die Aufnahme für die Speichennippel und die Bremsscheibenaufnahme sind sauber ohne Fehler oder Unregelmäßgikeiten. Ins Alu eingearbeitete Logos werten die Naben optisch zusätzliche auf. 
Der Freilaufkörper aus Gewichtsgründen aus Alu zeigt wie bei vielen anderen Herstellern auch Spuren des Gebrauchs. Solange Kassetten nicht komplett an den Rillen des Freilaufkörpers ansetzen sondern jedes Ritzel punktuell, wird sich da nicht viele ändern.

Funktionalität   

Enduro Einsatz

Mit einem Gewicht von ca. 1765 g laut Crankbrothers sind die Iodine Räder nicht allzu schwer und für Uphill gut zu gebrauchen. Die Tubeless Kompatibilität bietet sich natürlich super an gleich weiter Gewicht zu sparen.
Ich hatte an den Laufrädern sowohl Falt Freeride Reifen wie etwa Muddy Mary und Wicked Will von Schwalbe montiert, als auch leichtere Enduro Reifen wie den Fat Albert, den ich am Hinterrad Tubeless gefahren bin.



Wie gut ein Bike bergauf rollt hängt natürlich viel vom Reifen ab. Ich bin aber der Meinung, dass die Crankbrothers Felge nicht zu den leichtesten gehört. Wie sehr sich das in Summe auswirkt ist wirklich schwer zu sangen. Für die Felge kann ich aber sagen, dass sie vor allem durch hohe Steifigkeit brilliert. Das gilt zum einen für die Verwindungssteifigkeit des Laufrades insgesamt, als auch für die Felge in Hinsicht von Haltbarkeit bei Durchschlägen.
Bis dato, konnte ich nicht Ansatzweise so etwas wie eine Delle auf Grund eines Durchschlages verzeichnen.

Auch die Einspeichmethode ist trotz kleinerer Anzahl an Speichen sehr direkt und steif. Beim Fahren merkt man dies recht gut, in offnen Kurven oder leichten Anlegern. Der Druck des „in die Kurve drückens“ verschwindet nicht in Energie um den Rahme oder das Laufrad zu „flexen“ sondern überträckt sich direkt auf  die Seitenstollen der Reifen. Wenn man dies nicht gewohnt ist, muss man sich erst etwas darauf einstellen. Eine etwas gefühlvollere Fahrweise ist für derartig steife Konfigurationen sehr von Vorteil.

Die Lager an den Naben der Iodine sind groß Dimensioniert an der 20 mm Vorderrad Nabe kommen 2 große gedichtete Lager zum Einsatz. Hier hatte man zu Beginn der neuen Serie mit etwas Problemen zu kämpfen, was die Dichtung anbelangt. 
An der Hinterradnabe kommen ebenfalls 2 große gedichtete Lager und 2 kleinere im Freilaufkörper zum Einsatz. 



Tubeless

Im Einsatz mit Tubless Systemen bieten die Idodine beste Voraussetzungen. Dadurch dass die Felge keine Löcher für Speichenaufnahme besitzt muss nichts abgedichtet werden oder der Gleichen. Das Aufziehen der Reifen gestaltet sich je nach Reifen mehr oder weniger schwierig. Das Tubeless Ventil dichtet auch ohne „Milch“ relativ gut ab. Die Verwendung von Dichtflüssigkeit ist aber auf jeden Fall notwendig. Nachdem ausreichend in den Reifen eingefüllt worden ist, mit etwas mehr Luftdruck aufpumpen, damit sich der Reifen sauber in die Felgenflanke setzt. Dann das Laufrad drehen damit sich die Dichtflüssigkeit gut verteilen kann und demensprechend dichtet.
Die Vorzüge von Tubeless sollen an dieser Stelle nicht das Haupt-Thema sein. Das geringe Gewicht gepaart mit besserer Traktion auf Grund von geringerem Luftdruck sind nur Eckpunkte. 
Insofern man stolzer Besitzer eines Iodine Laufradsatzes ist, empfehle ich es jedem, die Laufräder auf jeden Fall tubeless zu versuchen. Die Verwendung von Schläuchen ist bei weitem nicht so problematisch wie bei anderen Tubeless Systemen. Dennoch ist darauf zu achten, dass Schläuche durch die engere Vertiefung im Felgenbett nicht eingeklemmt werden und beim aufpumpen des Schlauches sich dieser selbst zwickt.

Service

Der Lagertausch bei den Iodine Laufrädern funktioniert mit dem richtigen Werkzeug und den entsprechenden Ersatzzeilen genauso einfach wie bei anderen Herstellern auch. 
Bis dato war ein Tausch der Lager bei dem im Test vertretenen Laufrädern aber noch nicht notwendig.
Die Verfügbarkeit von Ersatzteilen ist bei den Crankbrothers natürlich ein Thema. So auf die schnelle sind Ersatzspeichen / Nippel oder spezielle Teile nicht überall zu finden.



Resumeé 

Man hat mit den Technologien bei Crankbrothers im Laufradbau neue Wege beschritten und hebt sich dadurch von der Masse ab. Die Optik bringt ein Alleinstellungsmerkmal und ein hohen Wiedererkennungswert für die Systemlaufräder für das komplette Programm.

Die Performance des Systems ist überaus zufriedenstellend. Die ersten Kinderkrankheiten hat man in der zweiten und dritten Generation der Laufräder überwunden und ist absolut konkurrenzfähig gegenüber altbekannten Laufradbauern. 

Die Idodine überzeugen mich im Einsatzbereich All Mountain und Enduro doch sehr, für jene die nach jedem Gramm feilschen ist das Gewicht des Iodine LRS für All Mountain Einsätze vielleicht etwas zu hoch. Dafür bringen die Räder ein hohes Maß an Stabilität mit. 

Die groß dimensionierten Lager an der Hinterradnabe und auch die Lager an der 20 mm Steckachsnabe am Voderrad laufen nun bei verbesserter Dichtung lange Zeit sehr fein und Widerstandslos. Wobei wie überall auf die Handhabung bei Reinigung mit Wasser zu achten ist. Vielmaliges reinigen mit Hochdruck Waschsystemen begünstigt die Lebensdauer keines Lagers.

Nun, an einigen Bikes sind die Iodine ab Werk montiert. Wenn dies nicht der Fall ist und man sein Gefährt mit den Teilen nachrüsten will, hat das seinen Preis. Die Idodine sind nicht gerade ein Schnäppchen. Natürlich bekommt man eine hohe Qualität und sehr gute Performance gepaart mit edler Optik, und das, muss es einem Wert sein, ansonsten gibt’s auch Laufräder für ein etwas „vernünftigeres“ Budget. 


Pedro
Hallo. Ich habe eine frage. Ich will gern ein neues bike kaufen. Normalerweise ein canyon nerve am 9.0x. Das Fahrrad selbs hat auch crankbrothers. Ich bin mir doch nicht so sicher wie zuverlässig die sind. Wie siehts mit den speichen vom rad aus?

Danke im voraus.
AndiB.
Hallo, danke für die ausführliche Beschreibung des LRS. Es wird ja geschrieben, dass der Iodine nicht der leichteste LRS ist. Aber mit unter 1800g ist das doch für ein Enduro LRS gar nicht mal so schlecht. Bei den Konkurenzprodukten von Mavic, DT Swiss,... ist der Enduro LRS vielleicht ein paar Gramm leichter (nicht der Rede wert). Mich würde mal interessieren, mit welchem LRS die Tester verglichen haben. Freue mich auf Rückmeldung. Danke und Grüße!
Gast
Hi. Ich fahre die CB Iodine 3 jetzt seit 3 Monaten an meinem Canyon Strive. Das Gewicht des Laufradsatzes lag bei mir bei knapp über 1800g. Das ist immer noch absolut im Rahmen. Die Optik ist natürlich ebenfalls sehr schön. Jedoch muss ich sagen dass die Steifigkeit bei meinem Gewicht (100kg) und richtigem Enduroeinsatz etwas zu wünschen übrig lässt. Musste sie schon zweimal zentrieren. Darum verwende ich sie jetzt nur noch für All-Mountain und Toureneinsätze. Für ordentliches Endurofahren bei dem auch mal größere Absätze genommen werden hab ich auf die Mavic Crossmax SX gewechselt. Mit gemessenen 1780g sind sie etwas leichter und scheinbar deutlich robuster. Noch dazu ist der Ersatzteilbeschaffung mit Speichen etc. deutlich einfacher. Versucht mal auf die schnelle in den Alpen an Speichen für die Iodine zu kommen. Das ist eine Zumutung. Selbst Canyon kann mir keine Liefern...

Gast
Hallo,
fahre seit Anfang des Jahres ein Canyon Strive mit den CB Iodine 3 Laufrädern
und ich muß sagen, dass ich absolut begeistert bin :-)))
War vorletztes WE in Südtirol / Bozen und habe dort die Hügel gerockt ;-)
Tubeless gefahren und absolut keine Probleme mit ihnen gehabt :-)
Ersatzspeichen einwandfrei von Canyon bekommen, waren zwar nicht billig,
aber immerhin habe ich welche bekommen ;-)
Sandhilla
Hallo! :-)

Sind die LR "schwerer" zu zentrieren als andere?

LG
Alex Ganster
Hi, Wir haben sehr lange keine Probleme mit Seitenschlägen am LRS gehabt, durch die wenigen Speichen haben kleine Veränderungen gleich etwas gröbere Auswirkungen im vergleich zu herkömmlichen LR. Es braucht ein klein wenig mehr Feingefühl.

Grüße
Sandhilla
Danke für die Antwort Alex!

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