MTB Freeride

Produkt-Test: FORMULA RX 2010

Ich nehme für Euch diese Saison die RX Bremse mal genauer unter die Lupe. Eine nicht zu schwere Bremse, geeignet für uns Freerider!

Eure Bewertung:
Produkt-Test: FORMULA RX 2010

Seit kurzem bereichert die RX das Bremsenprogramm von Formula. In den letzen Jahren bekamen die Italiener vor allem durch die THE ONE Bremse einiges an Aufmerksamkeit. Mit der RX haben wir nun eine Enduro Freeride Bremse im Test, die genügend Power für satte Downhills haben sollte, aber auch nicht zu schwer sein darf für den Weg nach oben. Weiter ist auch der Preis sehr interessant. Die Bremse glüht kein zu großes Loch in die Brieftasche.  



Das Produkt

Die Formula RX ist das Nachfolger-Modell der bekannten Formula K-18 und K-24 Serie. Sie bietet ein großes Einsatzgebiet von Cross Country über All Mountain bis zum Freeride-/Enduro-Einsatz.

Produkt-Features laut Hersteller

Die Bremse vereint einen Radial Hauptbremszylinder mit einem aus einem Stück gefertigten Bremssattel. 2 Kolben mit einer Breite von 22mm pressen wahlweise organische oder gesinterte Beläge, mittels DOT 4  an die Scheibe.

Hauptzylinder

  • Radialbauweise
  • integriertes DOT Reservoir mit hoher Kapazität
  • abschraubbare Lenkerklemme
  • Flip Flop Zylindermontage
Bremssattel

  • Sattelkörper aus einem Stück  mit 22 mm Kolben
  • Post Mount Montage
  • Oben und Unten belüfteter Sattelkörper
Gewicht

  • System 351 g
  • Disc 203mm 160 g
  • Disc 180mm  121 g
Die Gewichtsangaben der Scheiben sind auf die komplett Scheiben bezogen und nicht auf die mit Aluminium Halterung.

VK-Preise für unser Test-Model

Formula RX weiß  VR PM 203 mm  189,90 €
Formula RX weiß  HR IS   180 mm  179,90 €




Test-Setup

Für meinen Freerider habe ich Vorne einen Scheibendurchmesser von 203mm und hinten 180mm.
An der Gabel (Fox 36er Talas) war die Bremse mittels Postmount Adapter und passenden Schrauben zu montieren. Hier aufpassen, ältere Formula Bremsen und Adapter waren auf einen Scheibendurchmesser von 200mm ausgerichtet. Also den neuen Adapter verwenden, denn auf älteren PM Adaptern lässt sich die Bremse nicht ordnungsgemäß montieren und für den neuen Adapter braucht es halt auch die 203mm Scheibe. Eh klar!
Am Hinterbau ist die RX mittels IS Adapter montiert. Einen Durchmesser von 180 mm reicht für mich als Fahrer leicht.

Verarbeitung 

In schönem Weiß hat die RX eine sehr ansprechende Optik. Der Bremszylinder sowie der Sattel sind sauber verarbeitet. Der blau eloxierte Deckel am Bremssattel macht richtig was her. Die Schrauben sind wie immer bei Formula hochwertig. Ansonsten bedarf es hier keiner großen Worte die Bilder sprechen für sich!

Erster Eindruck

Die Hebel fühlen sich etwas breiter an als die der ersten Generation der One, liegen aber gut im Finger. Ebenfalls gut passt die Länge der Hebel. Die Radialbauweise bringt einen schnell reagierenden Druckpunkt der aber nicht zu hart ist. So lässt sich die Bremse gut dosieren. Was man fast mit ABS vergleichen kann. Wenn man Druck auf den Reifen hat dann blockiert die Bremse nur wenn man es wirklich will. Was am Vorderrad eine gute Führung bedeutet. Genauso am Hinterrad, dass dadurch nur schwer ausbricht, dazu muss man es fast entlasten. Beispielsweise zum andriften einer Kurve.
Bei richtiger Montage der Bremszangen, läuft die Scheibe so gut wie immer geräuschfrei. Beim normalen und gleichmäßigen anbremsen vernimmt man ein leichtes Summen, das aber keineswegs stört. Nachdem die Scheiben ein wenig eingebremst sind, Entwickelt die RX eine sehr hohe Bremskraft. Allenfalls in Notsituationen fehlt ihr vielleicht die allerletzte Konsequenz.

Funktionalität 

Lange Abfahrten

Ich fahre hauptsächlich Single Trails, was der Bremse alles abverlangt. Mit längeren sehr steilen Falllinien und teils sehr wurzeligen und steinigen Trails hat es keine Bremse leicht. Hier besticht die RX ebenfalls, dadurch das Hinterrad selten blockiert, bekommt man eine Konstante Verzögerung hin. Auch wenn man die Hebel mal länger nicht loslassen kann, bleibt die Bremspower erhalten. Auch im Harten Time Trail Einsatz gibt die Bremse nicht nach. Über 1000 Höhenmeter härtester Trail gefahren auf Zeit, lassen die Bremse „fast“ kalt.

Der Druckpunkt bleibt immer Konstant. Nur mit zunehmendem Verschleiß der Bremsbeläge, kommt der Hebel ein wenig mehr in die Nähe des Griffes. Aber nicht wirklich viel.

Belagwechsel

Schlussendlich war es dann soweit, die organischen Beläge waren fertig. Wie es halt passiert, fällt einem das wieder ein bevor man auf den Trail will. Wechseln lassen sich die Beläge, wie gewohnt bei Formula, super schnell. Einfach Sicherheitsschraube herausdrehen und Beläge mit Feder herausnehmen. In meiner Zeitnot versuchte ich dann die neuen Beläge, dieses Mal gesintert, einzusetzen ohne die Laufräder herauszunehmen. Es funktioniert. Mit einem Schraubenzieher habe ich vorsichtig die Kolben etwas zurückgedrückt und dann schnell die Beläge richtig eingesetzt. Sicherheitsschraube wieder rein und das war’s.  Dann dachte ich noch, jetzt noch die Hebel wieder nachstellen, weil ja nachdem man sich neue Beläge leistet der Druckpunkt einiges weiter „draußen“ ist. So griff ich zum Hebel und siehe da, die Kolben der Bremse passten sich sofort beim Ersten ziehen den neuen Verhältnissen an. Damit viel das wiedereinstellen der Hebel weg und ich konnte gleich auf den Trail.

Die Sinter Beläge bedurften nur einer kurzen „Einbremszeit“. Im Vergleich zu den Organischen, bremsen diese meines Erachtens keinen Tick schlechter. Die Haltbarkeit wird sich in den nächsten Wochen beweisen.

Das vorläufige Fazit

Alles in allem kann ich bis jetzt der RX ein empfehlenswert ausstellen. Meines Erachtens nach ist sie ideal geeignet für den Enduro- und Freeride-Einsatz. Das relativ geringe Gewicht passt zum Einsatzbereich.
Die RX hat nicht die brachiale Bremskraft einer DH Bremse, und das ist gut so. Denn zu hohe Bremskraft bzw. ein extrem harter Druckpunkte, brignen den Nachteil, dass man bei langen Abfahrten, bei denen die Ermüdung der Fingermuskulatur  unausweichlich ist, bei jeder zweiten Kurve einen „Steher“ hat. Überwältigt bin ich von der guten Dosierbarkeit der Bremse, was für mich konstante und kontrollierbare Verzögerung bedeutet. Deshalb Beide Daumen hoch für die RX!

Ein Update des Testes wird es für euch dann gegen Ende des Sommers geben. Gespannt bin ich dann wie sich die Stopper im richtigen Downhill Marathon Einsatz machen.

Bis dahin, Everybody Freeride!!

flitschbirne
Ist die mit Matchmaker für X.9/X.0 kompatibel?
flitschbirne
Ach ja: Cooler Bericht :-)
Alex Ganster
Hi, Ich check das noch nach. welche Varianten möglich sind.

Also, von Formula gibt es (noch) keinen Matchmaker für die RX.
Auch ein Matchmaker von den ehemaligen K18 bzw. K24 Bremsen passt nicht. Da sind die Schrauben dünner.

Ob der Matchmaker von SRAM passt, kann ich leider noch nicht sagen. Versuch ich aber selbstverständlich herauszufinden.

Grüße Alex
Christof
SRAM Matchmaker passt auf die RX, einen Platzvorteil am Lenker gibts allerdings nicht. Mit Poploc Hebel wirds eher noch enger als ohne Matchmaker.
Alex Ganster
Servus Zamm,

Ab jetz gibts für die RX Bremse auch den Mixer von Formula selbst. Habs auf der Eurobike schon gesehen.

Grüße vom See
sexxxytime
hey werde die bremse auf meinem summum von mondraker nutzen ... also einem race - downhiller. gibt es da schon erfahrungen? 200 vorne nd 180 mm hinten. hatte vorher die code 5 und war superzufrieden.
danke lg
Alex Ganster
Servus,

Die RX wird nächstes Jahr auch viel auf Downhill - Komplett Bikes verbaut. Die Bremse fühlt sich von der Ergonomie der Hebel so gut an, dass du gegenüber der Code5 eine deutliche Verbersserung erfahren wirst. Die Performance beim Race DH Bike, sollte bei regelmäßiger Wartung gut sein. Allerdings würde ich am Hinterrad auch auf 203 mm setzen. Solltest noch Fragen haben einfach melden.

Grüße Alex
Franz Ö.
Hi zusammen.
Ich hab die Rx hinten und vorn auf 203er Scheiben an einem Lapierre DH 720 laufen und muss sagen das ich echt zufrieden bin mit der Bremsleistung.
Bin kein schonender Fahrer und belaste die Bremse schon manchmal extrem aber die Rx hält das schon aus.
Schade ist nur das kein einstellrad am Hebel ist!!
Lg. Franz
Gast
Hallo,

Wie kommt es, dass mein RX beim Bremsen sehr unangenehme und laute Geräusche macht, wie Metall auf Metall! Habe gelesen, dass es zwei Arten der Bremsbeläge gibt – organische und Metallische. Welche könnte mein Problem lösen? Wie kann ich herausfinden welche ICH habe? Habe die Betriebsanleitung von der Bremse durchgeblättert – nichts gefunden. Danke.
Gast
Hi zusammen,

Wie kommt es, dass mein RX beim Bremsen sehr unangenehme und laute Geräusche macht, wie Metall auf Metall! Habe gelesen, dass es zwei Arten der Bremsbeläge gibt – organische und Metallische. Welche könnte mein Problem lösen? Wie kann ich herausfinden welche ICH habe? Habe die Betriebsanleitung von der Bremse durchgeblättert – nichts gefunden. Danke.
Alex Ganster
Hi,

das kann verschiedene Ursachen haben. Zum einen kann es sein, dass der Sattel nicht korrekt eingestellt ist und die Scheibe am Sattel schleift.

Es kann auch sein, dass sich die Spannfeder in die Scheibe verirrt hat. Das erzeugt genauso metallische Geräusche.

Organische Beläge sind weniger Geräuschanfällig. Die Art erkennst du an der Farbe. Sinter (metallische) Beläge sind meist bronzefarben.

Je nach Hersteller der Beläge sind organische schwarz (formula) oder blau (BBB)

Grüße
Gast
Hi,

lässt sich denn der Druckpunkt an der Rx einstellen? Ich habe auf anhieb leider nix gefunden.
Ich bin kurz davor an minem Downhiller auf eine Avid Code Bremse umzusteigen, da ich irgendwie nicht ganz so zufrieden bin mit der Bremse. Dachte ich zumindest bisher, aber jetzt kam der Bericht hier, und ich frag mich, ob es an mir bzw. an der Wartung der Bremse liegt.
Ihr schreibt hier auch was von Wartung, was versteht ihr darunter? Ich habe die Bremse jetzt genau eine Saison gefahren. Auf was sollte man achten? Bremsbeläge sind neue drauf, aber trotzdem kommt der Hebel beim fahren bis an meine Finger ran. Ich habe auch nach einem Bikepark Tag schmerzen in den Fingern, und dachte echt es kommt evt. von den Bremsen, da man die immer so fest zeiehen muss?!
Alex Ganster
Hi,

Die Verstellung von Druckpunkt/Griffweite funktioniert als Einheit mit einem Imbuss am Gelenk des Hebels. Dort die Schraube ist dafür zuständig.

Wir haben heuer die RX Bremsen an Enduro Bike gefahren und waren von der Power begeistert, obwohl sie nicht mehr so gut zu dosieren ist. Da sie korrektem Set Up (Sattelposition, Kolben Ausrichtung und optimal entlüftet) fast im on-off Modus funktioniert.

Nach einer ganzen Saison, und das am DH Bike bedarf es einer Generalüberholung. Bremsflüssigkeit wechseln, Die Kolben schmieren, Alles reinigen, System wieder befüllen, und darauf achten, dass beim befüllen die Kolben in korrektem Abstand zu Scheibe stehen und synchron Druck auf die Scheibe ausüben, bei Bedarf nochmals Hebel entlüften. Das alles bei mittlere Einstellung von Druckpunkt/Griffweite.

Dann sollte das wieder hinhauen. Ein gutes Video zu Einstellung von Bremssattel und Ausrichtung von Kolben findest du hier:

http://www.hopetech.com/page.aspx?itemID=SPG219

unter set up a caliper & centralize a piston

Grüße alex

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