
Knolly Bikes präsentierte auf der Interbike das neue Delirium, wir konnten vorab die ersten Fahreindrücke auf dem Prototyp sammeln.
2010 wird es bei Knolly Bikes neben dem neuen Podium Downhillbike eine Neuauflage des bewährten Delirium T geben. Die Neuinterpretation wird nun nur noch schlicht "Delirium" genannt, auch sonst wurde am neuen Rahmen einiges überarbeitet. 
Noel Buckley hat den kompletten Rahmen von Grund auf neu designt. Das Ziel war den Rahmen genau so stabil wie den Vorgänger zu bauen, dabei aber die durch die Entwicklung des Podiums erlangten Erkenntnisse mit einfließen zu lassen. Durch den Einsatz von mehrfach konifizierten Rohren konnte einiges an Gewicht gespart werden. Wog der alte Rahmen noch 4,3kg ohne Dämpfer, so bringt das neue Delirium nur noch 4,2kg mit DXH 5.0 auf die Waage. Nicht reduziert wurde dagegen der Federweg, dieser wurde um 5mm auf 170mm erhöht.
Wenn man sich die Geometrie des neuen Deliriums ansieht fällt sofort der steilere Sitzwinkel auf. Knolly Bikes waren bisher dafür bekannt sehr flache Sitzrohre zu verwenden, die relativ weit vorne am Unterrohr verschweißt waren. Trotzdem war der effektive Sitzwinkel (Innenlager zum Sattel) im normalen Bereich. Dadurch "verschwindet" der Sattel wenn man ihn für die Bergabfahrt versenkt, allerdings passt die Sitzhöhe nicht immer beim Bergauftreten. Dies wurde mit dem neuen Design korrigiert. Der Lenkwinkel dagegen wurde etwas flacher, hier gab es eine Reduzierung von 67,5° auf 67°. Der Lenkwinkel lässt sich auch weiterhin um +- 0,5° verstellen.
Nicht mehr verstellen lässt sich dagegen die Kettenstrebenlänge. Diese konnte man beim Vorgänger noch um 20mm (417mm bis 437mm Gesamtlänge) verstellen, beim neuen Delirium ist diese nun fest auf 429mm eingestellt. Oberrohrlänge und Radstand dagegen sind fast unverändert, ebenso die Anzahl der verfügbaren Rahmengrößen, XS-XL.
Wie fährt sich nun das neue Delirium? Für ein echtes Review reichte die Zeit leider nicht, daher nur ein Ersteindruck:
Der Rahmen ist wie alle Knolly Bikes durch deren patentiertes 4x4 Linkage System sehr steif. Dadurch fährt sich das Bike sehr spurtreu und ist relativ laufruhig. Das Ansprechverhalten war sehr soft, wobei hier auch der verbaute CaneCreek Double Barrel nicht unschuldig ist. Dieser war zwar nicht für unser Gewicht eingestellt, funktionierte aber trotz höherem Sag hervorragend.
Durch das 4x4 Linkage kann das Einfederverhalten sowie das Bremsverhalten relativ gut eingestellt werden, wir konnten kein Bremsstempeln feststellen. Durch den zentral aufgehängten Dämpfer ist das Bike relativ gut ausbalanciert, ein kurzer Ruck am Lenker und die Front ließ sich gut anheben.
Für wen ist also das Delirium? Das kommt auf die gewählte Ausstattung an. Mit Luftdämpfer und 160-180mm Luftgabel lässt sich das Delirium zur idealen Trailmaschine ausrüsten. Wird es mit Stahlfederdämpfer und -gabel ausgerüstet macht das Delirium auch im Bikepark eine gute Figur.
Erhältlich ab Februar 2010, Preis und Importeur für Deutschland stehen noch nicht fest.
Kommentar hinzufügen